Wir führen Schulungen für Typ-I und Typ-II-Diabetiker durch.

Meine Diabetes-Assistentin nimmt sich viel Zeit für die Besprechung aller diätetischen Fragen. Auch die Anwendung von Insulin mit Pens und die Selbstmessung des Blutzuckers nehmen einen breiten Raum ein.

Besonderes Augenmerk richten wir in meiner Praxis auf die diabetische Neuropathie.
Die Patienten leiden unter Schmerzen in den Beinen, Parästhesien und Taubheitsgefühl.
Die häufigste Form ist die distale (an den Füßen auftretend), symmetrische (beide Füße sind gleichzeitig betroffen) sensible (Ausfall des Berührungs- und Vibrationsempfindens) Polyneuropathie (Erkrankung vieler Nerven).

Die Prävalenz der Erkrankung (Häufigkeit des Vorkommens) liegt bei über 10%. Sie steigt mit der Dauer des Diabetes und der unzureichenden Blutzuckereinstellung. Sie beginnt schleichend und verläuft chronisch fortschreitend. Die brennenden, bohrenden und krampfartigen Schmerzen stellen sich besonders bei Bettruhe ein und lassen bei Bewegung nach.

Eine weitere Form der diabetischen Neuropathie ist die autonome Neuropathie.
Sie befällt die Organe, die vom Nervensystem unwillkürlich gesteuert werden, wie das Herz, der Magen-Darmtrakt, die Harnblase, die Schweißabsonderung und der Atemantrieb. Wir prüfen dazu die Berührungsempfindlichkeit und das Vibrationsempfinden der Füße; die Variabilität der Herzfrequenz wird überprüft (eine Abnahme der natürlichen Schwankungen und starrer Rhythmus sind Zeichen einer beginnenden Störung. Hinweisende Symptome sind Schwindel, Tachykardie (Beschleunigung der Herztätigkeit) und eine unzureichende Blutdruckregulation nach dem Aufstehen (Orthostasetest). Immerhin liegt das Vorkommen (Prävalenz) bei Typ II Diabetes bei 35% der Erkrankten.
Wenn der Magen betroffen ist, reagiert er mit Übelkeit, Völlegefühl, Erbrechen. Er bewegt sich viel zu langsam und entleert dann den Magenbrei sturzartig in den Zwölffingerdarm; der Darm reagiert mit Verstopfung oder Durchfall, die Harnblase mit einer Entleerungsstörung und die Haut mit einem unnatürlichen Schwitzen (Störung der Sudomotoren). Bei Männern schwindet die Potenz (besonders, wenn noch geraucht wird); auch die Frau bekommt Sexualprobleme.


>>> Nordrhein-westfälische Gesellschaft für Endokrinologie & Diabetologie