Ärzte ohne Grenzen

In GAZA

Traumatische Erfahrungen rufen bei Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen Depressionen, Ängste und psychosomatische Beschwerden hervor.

Vertrauen in sich selbst zurückgewinnen
Die Menschen im Gazastreifen leben seit Jahrzehnten im israelisch-palästinensischen Konflikt und leiden unter der Gewalt. Sich an diese Situation zu gewöhnen, ist unmöglich: Wiederholte traumatische Erfahrungen durch Bombardements reißen seelische Narben der Vergangenheit immer wieder auf. ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützt Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Gazastreifen seit dem Jahr 2000 durch psychotherapeutische Begleitung. "Für meine Arbeit ist es sehr wichtig, ein möglichst tiefes Verständnis der Lebensumstände meiner Patienten zu gewinnen", erzählt Franz Altenstrasser. „Denn Ängste sind eine natürliche Reaktion auf Gewalterlebnisse. Dass ich die schwierige Situation im Gazastreifen selbst erlebe, hilft mirdabei." Der Psychiater und Psychotherapeut arbeitet seit August 2006 für ÄRZTE OHNE GRENZEN im Gazastreifen. Gemeinsam mit zwei Psychologen, einem Arzt und einem Sozialarbeiter betreut er rund 120 Patienten im Monat. Die meisten sind Kinder und Jugendliche. Sie leiden unter Symptomen wie Albträumen, Angst- und Panikzuständen oder Bettnässen. Zudem haben viele nicht nur psychosomatische Beschwerden, sondern zeigen auch Verhaltensstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten.
Das Team geht flexibel aufdie Situation der Patienten ein und bietet Einzelgespräche, Familien- und Gruppentherapien an. Die psychotherapeutische Hilfe läuft in der Regel überzwei Monate, falls nötig auch länger. Patienten, die eine Behandlung mit Medikamenten benötigen, werden an das örtliche psychiatrische Krankenhaus überwiesen.
Die Kinder malen viel in derTherapie, denn so können sie Ängste ausdrücken, für die ihnen die Worte noch fehlen. Bilder vereinfachen auch den Dialog zwischen Patienten und Therapeuten, da sie nicht vom Dolmetscher übersetzt werden müssen.


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