Vorhofflimmern

Akutes Vorhofflimmern ist einer der häufigsten Anlässe für eine stationäre Aufnahme.
Dabei ist ein Notfall (Praeexzitationssyndrom, Herzinsuffizienz) eher selten. Er würde eine umgehende Kardioversion erfordern. Eine Alternative ist die medikamentöse Reduktion der Herzfrequenz (z.B. Betablocker i.v.)
In der Regel kann ein Tag abgewartet werden, bis der Patient spontan in den Sinusrhythmus konvertiert.
Danach kann die Kardioversion erfolgen.
Eine Rezidivprophylaxe erfolgt bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder Vorhofflimmern bei akutem Koronarsyndrom.
Bei paroxysmalem Vorhofflimmern sollte man alle auslösenden Einflüsse wie Alkohol und mangelnder Schlaf ausschalten. Und eine Hypertonie muss konsequent behandelt werden.
Tritt das Vorhofflimmern mehr als 2-3 mal im Jahr auf, muss antiarrhythmisch behandelt werden.
Der sonst gesunde Patient kann bei seltenen Anfällen Propafenon oder Flecainid einnehmen, wodurch es innerhalb von einigen Stunden zum Sinusrhythmus kommt (Pill-in-the-pocket).
Ein Vorhofflimmern mit rascher Überleitung wird mit niedrig dosierten Betablockern verhindert. Bei gehäuften Anfällen ist eine Betablockade Basistherapie (zusammen mit ACE- Hemmern bei struktureller Herzerkrankung und Hypertonie). Außerdem müssen Flecainid (bis 200mg) oder Propafenon (bis 750mg tgl.) gegeben werden.
Bei Erfolglosigkeit dieser Behandlung steht für ältere Patienten Amiodaron zur Verfügung.
Bei jüngeren Patienten ist ohne den Versuch mit Amiodaron eine Ablation indiziert.
Bei persistierendem Vorhofflimmern wird bei älteren sonst gesunden Patienten eine Rhythmisierung nicht mehr angestrebt und die Frequenzkontrolle steht im Vordergrund.
Bei symptomatischen Patienten wird kardiovertiert mit anschließender Rezidivprophylaxe (Antiarrhythmika). Ist diese erfolglos ist die Indikation zur Ablation zu prüfen (keine strukturelle Herzerkankung, Dauer des persistierenden Flimmerns unter einem Jahr und ein Lebensalter unter 70 Jahren).


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